Zum Tag der deutschen Sprache – Elektronischer Handel ist klasse

Wie würde es sich also anhören, wenn wir unseren Kunden den Businessplan, pardon: Geschäftsplan in deutscher Übersetzung vorstellen? Gibt es für unsere Terminologie treffende deutsche Wörter? Hätten wir nicht eher aneinander gereihte Umschreibungen, die es nicht auf den Punkt bringen?

Wir würden also im internationalen Netzwerk, programmgesteuerter elektronischer Rechenanlagen surfen… duuut, nach Informationen suchen. Unser Blog wäre das elektronische Tagebuch, das an das internationale Datennetz angeschlossen ist und wir würden zu elektronischen Tagebuchschreibern. Wir würden den ganzen Tag in 140 Zeichen zwitschern und das Gesichtsbuch überwachen, wobei „Facebook stalken“ (ich schnappte diese Formulierung bei 16jährigen auf), durchaus die Handlung auf den Punkt bringt und nicht nur umschreibt. Wir befinden uns in den internationalen Datennetzangeboten, die durch die Mitwirkung der BenutzerInnen gestaltet werden…ich hatte auf der Zunge, „und auf Deutsch“: Web 2.0

Wenn man sich also überlegt eine Website oder Webseite anzulegen, wäre das die Gestaltung (Achtung: Design geht nicht!) von Speicherplatz, mit sämtlichen hinter einer Adresse im internationalen Datennetz stehenden Seiten, die auf elektronischen Datenverarbeitungs-Rechnern mit bestimmten Aufgaben im Netzwerk liegen, Server eben.

Der neuste Trend, ok Schrei, wir scannen mit unseren Smartphones QR-Codes. Also langsam und von vorne! Der neuste Schrei wirkt total negativ und die neuste Entwicklung, klingt als wäre ich von gestern. Womit wir wieder bei Trend wären. Der Duden erklärt mir die Problematik des scannens: wir tasten mit einem elektronischen Eingabegerät über den QR-Code – das „schnelle Antwort“-System, das aus verabredeten Zeichen besteht. Das hört sich an, als würden wir neuerdings selbst einen Scanner besitzen und nicht das bewegliche Endgerät.

Also spätestens jetzt bin ich soweit zu sagen „English rules“. Weshalb unser elektronisches Tagebuch wohl auch „E-Commerce rules“ heißt und nicht – „elektronischer Handel ist klasse“!

Doch komme ich nicht umhin mich zu fragen, ob es Sinn macht von elektronischem Handel zu sprechen, wenn das Problem nicht in der englischen Bezeichnung liegt, sondern vielmehr darin, dass sich die meisten nichts unter E-Commerce vorstellen können? Um nur ein Beispiel zu nennen, das in unserer Branche auf der Hand liegt.

Doch heute ist der „Tag der deutschen Sprache“! Deshalb wollten wir ihr Tribut zollen, denn unsere von Anglizismen durchdrungene Terminologie, mit der wir uns im Berufsalltag „batteln“, ja ich weiß – konkurrieren, lässt uns die Möglichkeiten der deutschen Ausdrucksweise vergessen. Wenn es die Möglichkeiten überhaupt gibt und wir uns nicht lächerlich machen, wenn die Bezeichnung für Internet wäre: „internationales Netzwerk aus programmgesteuerten, elektronischen Rechenanlagen“!!!

Ein Gastartikel von Gisa Hofmann

E-Commerce Rules

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