Wir sind doch eine Marke! Wieso folgt uns denn niemand?

Gerne würde ich in die Gesichter manch eines Facebook-Account-Managers sehen, wenn er merkt, dass ihm bzw. seiner Marke niemand folgen möchte. Das ist aber auch frech: Da ist man so überzeugt von seiner Marke und den eigenen Produkten und trotzdem möchte niemand auf Facebook ein Freund sein.

Aber woran liegt das? Haben wir vielleicht zu wenig auf unser Profil hingewiesen? Sicher kann es sein, dass die Kunden den Hinweis auf ein Profil in einem Sozialen Netzwerk nicht gesehen haben. Aber was ist mit unserer Marke und unser Community los, wenn diese nicht von allein an Dynamik in den Netzwerken gewinnt. In meinem letzten Vortrag habe ich die Aussage Marke = Community getroffen  und habe gesagt, dass es keine echte Marke ohne eine Community gibt. Richtig: keine „echte“ Marke. Denn die funktioniert nur dann, wenn ich eine Community habe, die hinter meiner Marke und meinen Produkten steht. Wenn mir also nun niemand folgen oder mein Freund werden möchte, dann stimmt doch offensichtlich irgendetwas nicht oder? Habe ich meine Marke überschätzt und es ist einfach niemand daran interessiert mein Freund zu sein oder sind meine Kunden nur noch nicht so weit? Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich auf Facebook ein echter Langweiler bin und lediglich meine Werbebotschaft in die nicht vorhande Community schieße. So wie dressforless, einem der Top Internetshops in Deutschland, der auf Facebook gerade mal 154 Freunde hat, obwohl der Button „gefällt mir“ mitten auf der Startseite des Unternehmens zu finden ist. Ein langweiliges Profil, dass null auf Kommunikation und zu hundert Prozent auf Werbung ausgerichtet ist. So ein Freund ist halt eher unspannend. Zugegeben, das dressforless-Profil bei Facebook gibt es noch gar nicht so lange, aber 154 Freunde entsprechen wahrscheinlich noch nicht einmal einem Bruchteil der Bestellungen, die täglich bei dressforless eintrudeln. Hier liegt jedenfalls eine Menge Potential brach. Ich bin mir aber sicher, dass die Jungs bei dressforless dieses Problem auch noch gelöst bekommen. Denn eines kann man nicht von der Hand weisen. Das Thema E-Commerce scheint man dort im Haus verstanden zu haben.

Kritiker sind bestimmt der Meinung, dass es wahrscheinlich besser ist, sich aus dem ganzen Thema Social Web heraus zu halten, da sich dieses restriktive verhalten meiner nicht vorhandenen Freunde negativ auf meine Marke auswirken könnte. Ich denke jedoch, dass es eine wichtige Erfahrung ist, die jeder Markenmanager hier macht. Wenn niemand meiner Marke folgen möchte, dann gibt es dafür einen Grund und dem gilt es dringend auf den selbigen zu gehen.

Benjamin Loos

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