Mobile-Commerce ist tot…erstmal…bis 2015…vielleicht…oder doch nicht!?

Meine Güte, was hat sich Jochen Krisch nur dabei gedacht, als er die Ergebnisse zum Mobile Commerce aus der ARD/ZDF Onlinestudie in seinem Blog Exitingcommerce so interpretiert hat: „Mit einer für E-Commerce-Anwendungen sinnvollen Marktdurchdringung von 50% und mehr ist nicht vor 2015 zu rechnen, eher später, da die Entwicklung im mobilen Bereich weit weniger dynamisch verläuft als die Online-Entwicklung Ende der 90er Jahre. Aufgrund der Marktzahlen gehen wir deshalb weiter davon aus, dass die großen Marktpotenziale für den E-Commerce in den kommenden Jahren – noch jenseits von Mobile – vor allem in der Erschließung konsumfreudiger Bevölkerungsschichten liegen werden, die aktuell online noch (zu) wenig aktiv sind.“ Na dann…

Kaum eine Gesprächsrunde heute hier auf dem ecommerce-summit in Hamburg in der Jochen nicht einen drüber krischt. Alle Experten (und die, die es sein wollen) halten dagegen und Mobile für den Wachstumstreiber im ecommerce.

Belassen wir es mal dabei und gehen lieber auf Nummer sicher und beschäftigen uns vor 2015 besser intensiv mit dem Thema. Aber Mobile ist nicht einfach. Gab es zuvor unterschiedliche Browser und war mal ein Bild 3 Pixel weiter rechts im IE als im Mozilla, so muss man sich bei Mobile mit viel mehr Möglichkeiten beschäftigen. Neben einer speziellen Mobile-Website-Variante kann gleich das ganze System „responsive“ erstellt werden und somit ausgabeoptimiert vom iPhone bis hin zur Kinoleinwand. Aber egal ob spezielle Mobile-Variante oder responsive Design ein riesen Problem bleibt. Der iPhone Nutzer benutzt die Seite anders als ein Blackberry oder Samsung Nutzer… Die Lösung hier ist die Möglichkeit eine App zu erstellen. Aber auch da gibt es wieder viel Auswahl iOS, Android, Windows Phone sind sicherlich die wichtigsten.

Dummerweise kostet jede einzelne Möglichkeit erstmal Geld. Geld, dass wieder verdient werden muss und unter Umständen für die Entwicklung des Kernsystems dem Webshop fehlt. Was also tun?

Sei mir nicht böse Jochen, aber ich denke es führt kein Weg mehr an Mobile vorbei und wer als Kunde einmal eine negative Erfahrung mit einer unoptimierten Seite gemacht hat kauft eben bei einem optimierten Konkurrenten. Google unterstützt das ganze zudem, dadurch dass mobile optimierte Seiten bei den Suchergebnissen auf mobilen Endgeräten bevorzugt und besser gerankt werden.

Also einsteigen, tracken und lernen. Es muss nicht sofort eine App für alle möglichen Versionen sein. Vielleicht reicht für den Start eine spezielle mobile Version der Seite oder des Shops. Ggf. auch abgespeckt und nicht mit 48 stufiger Navigation und weniger als gefühlten 3 Millarden Produkten. Auch bei der App, erstmal eine Version/System erstellen, optimieren und dann bei Erfolg auf ein anderes System migrieren – und am besten noch vor 2015 damit beginnen….

Oliver Kraft

Oliver Kraft ist Gründer und Geschäftsführer des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Dienstleisters sologics GmbH & Co. KG.Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann auf mehr als 18 Jahre E-Commerce Erfahrung zurückgreifen. Er begleitet erfolgreich zahlreiche E-Commerce Projekte verschiedenster Größenordnung – vom Startup bis zum börsennotierten Großunternehmen.Oliver Kraft ist verheiratet und stolzer Vater von 2 Söhnen.

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