Meet Magento 2017 – #MM17DE

Nachdem mich 2016 ein außergewöhnlich guter B2B-Track zur Meet Magento nach Leipzig gelockt hat, war es für mich selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder teilzunehmen. Also wurde auch ohne bereits feststehendes Programm „Early-Bird“ gebucht und auf gings nach Leipzig. Neben meinem Lieblingsthema „B2B“ habe ich natürlich auch den Stimmungscheck im Magento Universum machen wollen und dazu sind „Klassentreffen“ wie die MM17de immer ganz hilfreich.

Kein B2B Track im Programm

Bevor ich am Sonntag vor der Konferenz nach Leipzig aufbreche, schaue ich mir noch kurz die Finale Agenda an: Magento Chef Mark Lavelle wird erst am zweiten Tag der Konferenz etwas zur Vision des Unternehmens sagen, dann bin ich leider schon auf dem Rückweg. Die weiteren Vorträge sind auf den ersten Blick ein bunter und sicherlich auch für den einen oder anderen ganz interessanter Mix, ein dedizierter B2B-Track wie im letzten Jahr findet jedoch leider nicht statt. Aus meiner Sicht ist das sehr schade, zudem der Track 2016 sehr gut besucht war.

So ganz rund läuft es noch nicht

Am ersten Tag der Konferenz reihe ich mich ca. eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung in eine gewaltige Schlage an den Registrierungsschaltern ein. Kein Wunder, mehr als 800 Teilnehmer zog es wie mich nach Leipzig. In der Schlage hinter mir wird gerade das Thema des Tages zwischen zwei Teilnehmern besprochen „Seid ihr schon auf Magento2 unterwegs“. Das Thema wird mich über den Tag begleiten. Perfekt ist die 2er Version auch mehr als 18 Monate nach der Veröffentlichung noch immer nicht.

Nicht ganz perfekt ist dann auch der erste Slide, als Event-Koordinatorin Anna-Maria Müller die Veranstaltung eröffnet und uns begrüßt. Das kleine Power-Point Drama lässt alle im Publikum zu Beginn erstmal schmunzeln und an eigene Erlebnisse dieser Art denken.

Nach der Begrüßung übernimmt Thomas Goletz und spricht über die Aufgaben und Entwicklung der Meet-Magento-Association. Spätestens hier wir mir nochmal klar, dass ich hier nicht auf der Imagine Konferenz des Herstellers bin. Die Association versteht sich als Stimme der Community und bringt Händler und Entwickler zusammen. Nach einigen Reibereien unterstützt das Unternehmen aus Culver City seit vergangenem Jahr die Association und die Community wieder und man ist bemüht dies auch deutlich zu zeigen.

Magento Version 2.2 für September 2017 angekündigt

Nachdem alle begrüßt und die Association ausreichend vorgestellt wurde, kommt dann der Head of Product Management bei Magento, Paul Boisvert, auf die Bühne. Ganz amerikanisch versucht er zunächst etwas Stimmung in den großen Saal zu bekommen, der publikumsseitig noch nicht ganz wach zu sein scheint.

Nachdem er zugeben muss, dass Magento2 doch den einen oder anderen Fehler zuviel beim Roll-Out hatte, kündigt er für September 2.2 ein neues Release an. Hier soll natürlich alles besser werden und zudem werden einige neue Funktionen wie Magento Shipping  enthalten sein. Offenbar als Anspielung auf die vielen Verzögerungen bei Magento2 möchte es dann jemand aus dem Publikum ganz genau wissen und fragt „September welchen Jahres“. Die Lacher hat er damit auf seiner Seite…

Ganz interessant fand ich dann noch die Aussage von Paul zur Verbreitung von Magento2:

  • es gibt mehr als 250.000 Installationen (Thomas Goletz sprach in seiner Eröffnung sogar von deutlich mehr)
  • rund 10.000 davon setzen auf Magento2
Paul Boisvert über die Magento Vision - Meet-Magento-2017

Frage des Tages: Wie ist das jetzt mit Magento2?

Die weiteren Vorträge sind durchwachsen: Es gibt gute und weniger gute. Deshalb möchte ich hierauf garnicht weiter eingehen und mich stattdessen der allgegenwärtigen Frage des Tages widmen: Wann und wie macht es Sinn mit Magento2 zu starten. Kurz gesagt, eine Antwort habe ich nicht, aber hier ein paar Stimmen, die ich ausdrücklich nicht repräsentativ, wiedergeben möchte.

Dienstleister Einzelkämpfer: „Ich verstehe nicht warum Magento [HIER beliebigen technischen Detailkram einsetzen 🙂 ] gemacht hat. Das ist nicht durchdacht. Ich setze die neue Version nicht ein.“

Agentur: „Wir haben das erste 2er Projekt kurz vor dem Launch, war ganz schön heftig und natürlich außerhalb jeder Kalkulation. Da fängt man quasi bei Null an. Wir mussten hat vieles machen, was Magento hätte machen sollen. So langsam sieht man aber Land in Sicht und das Unternehmen will sich hier künftig noch stärker bemühen. Wir sehen das inzwischen positiv.“

Händler:  „Wenn wir ohnehin die Plattform komplett neu bauen können werden wir uns die Wettbewerber auch noch anschauen und werden nochmal pitchen. Wir sind nicht mit einer Software verheiratet.“

Entwickler auf Händler-Seite: „Wir arbeiten seit X Jahren an einer 1er Community, da ist dann eh nicht mehr soviel Standard drin. Wir haben derzeit keinen Plan auf 2 zu gehen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen für uns.“

Mein persönliches Fazit

Die technologische Basis von Magento2 scheint tatsächlich aus der Phase der Fehlerbehebung in einen Modus der Weiterentwicklung überzugehen. Zudem scheint Magento in Richtung der Community die richtigen Signale zu senden. Trotzdem haben die vergangenen Jahre viel Vertrauen zerstört und es ist für alle sicherlich sinnvoll eine Institution wie die Meet-Magento-Association in ihrer Arbeit weiter zu unterstützen. Nur so entsteht ein relevantes Gegengewicht zum Management des Unternehmens Magento und es kann Einfluss genommen werden kann.

Um mein Fazit etwas abzurunden finden Sie ein aus meiner Sicht sehr lesenswertes Interview zum Thema „Zukunft von Magento“ hier:  zum Interview mit Thomas Fleck

Oliver Kraft

Oliver Kraft ist Gründer und Geschäftsführer des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Dienstleisters sologics GmbH & Co. KG.

Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann auf mehr als 18 Jahre E-Commerce Erfahrung zurückgreifen. Er begleitet erfolgreich zahlreiche E-Commerce Projekte verschiedenster Größenordnung – vom Startup bis zum börsennotierten Großunternehmen.

Oliver Kraft ist verheiratet und stolzer Vater von 2 Söhnen.

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