Wohin steuert eBay Magento 2015

Katherine Welles / Shutterstock.com Zu Beginn des neuen Jahres hat sich eBay CEO John Donahoe mit seinem Fahrplan für die nahe Zukunft des eBay Konzerns zu dem auch eBay Enterprise mit Magento gehört geäußert. Kurz: eBay will sich auf das Kerngeschäft des Marktplatzes konzentrieren und sich wie es so schön in Management-Deutsch heißt „konsolidieren“. Rund 7 % der weltweit mehr als 34.000 Mitarbeiter sollen gehen um die wie Donahoe mitteilt „Komplexität zu reduzieren und wettbewerbsfähige Strukturen zu schaffen“. Ertragsoptimierung ist hier sicherlich das Managementziel.

Doch was interessiert uns eigentlich eBay? Auch wenn eBay ein zweifellos ein Internetveteran ist, habe ich das Gefühl, dass sich eBay als Marktplatz in Deutschland bislang nicht etabliert hat. Hier hat Amazon sicherlich die Nase vorn und eBay vielleicht sogar schon abgehängt. Was das ganze aber für die Ecommerce-Branche noch interessanter macht ist, dass zum Geschäftsfeld eBay Enterprise auch Magento gehört und auch hier findet Donahoe sowohl in seiner Presseerklärung als auch in einem Interview mit re/code deutliche Worte: „We will also be exploring strategic options for eBay Enterprise including a sale or IPO“ und „If a strategic or financial acquirer emerges, we’ll compare their offer to what we’d get from an IPO,” he said. Der geschätzte Kollege Jochen G. Fuchs hat das in seinem Kommentar „Die strategische Neuausrichtung von eBay und das Magento-Desaster“ wunderbar übersetzt:

Zitat-John-Donahoe

eBay Enterprise und damit auch Magento stehen also zu Disposition. Für ambitionierte Online-Händler ist das ein deutliches Signal jeden Gedanken an ein Ecommerce-System auf Basis von Magento Enterprise sofort und unwiderruflich aus dem Kopf zu verdrängen. Hierzu habe ich bereits im vergangenen Jahr Stellung bezogen im Vergleich von Magento, Oxid und Shopware. Preis/Leistung, Support und Releasepolitik der Magento Enterprise Edition passen einfach nicht in die Welt.

Aber der Split zwischen Community Edition und Enterprise Edition ist ja nichts neues. Ohne die starke Community würde vermutlich heute schon kein Hahn mehr nach Magento krähen. Doch genau diese Community bekommt durch die Aussagen von Donahoe wieder einen Schuss vor den Bug. Hier bin ich sehr gespannt, wann die Community einfach die Nase voll hat und es einen oder mehrere Forks gibt. Wenn es dazu kommt, nimmt die Verunsicherung von Entwicklern und Kunden meiner Ansicht nach weiter zu und Magento rollt langsam aber sicher aufs Abstellgleis. Vielleicht pinselt eBay Magento aber auch so schön an, dass sich ein Käufer findet und der schafft es die Community in der Spur zu halten.

Mein Fazit:

Für den Händler wird das Risiko beim Einsatz von Magento als Basis durch die ungewisse Zukunft sicherlich größer. Für einen Händler der mit einer Magento-Lösung unterwegs ist und der eine gute Agentur in der Hinterhand hat, gibt es erstmal keinen Grund zur Panik. Aber wenn viel Geld in die Hand genommen werden muss für eine Neuentwicklung oder eine Migration sollten auch die anderen Shopanbieter am Markt in die Überlegungen einbezogen werden. Alle führenden Lösungen auf dem Markt tun sich hier – Hand aufs Herz – nicht allzuviel und es kommt vielmehr auf den individuellen Anwendungsfall an, um zu entscheiden welches System das passende ist.

Oliver Kraft

Oliver Kraft ist Gründer und Geschäftsführer des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Dienstleisters sologics GmbH & Co. KG.Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann auf mehr als 18 Jahre E-Commerce Erfahrung zurückgreifen. Er begleitet erfolgreich zahlreiche E-Commerce Projekte verschiedenster Größenordnung – vom Startup bis zum börsennotierten Großunternehmen.Oliver Kraft ist verheiratet und stolzer Vater von 2 Söhnen.

2 Comments
  • Thomas Fleck

    3. Februar 2015 at 20:37

    Hi Oliver,

    Du hast es doch eigentlich nicht nötig, mit sagen wir mal – „unpräzisen“ – Übersetzungen ein falsches Bild zu vermitteln und dadurch ein falsches Bild zu vermitteln. Wie schon in meinem Kommentar in der T3N erwähnt: es gibt einen Unterschied zwischen „verramschen“ und dem Verkauf an einen strategischen Investor. siehe auch hier: http://t3n.de/news/strategische-neuausrichtung-ebay-590453/

    Es gibt gute Gründe, über die Zukunft von Magento innerhalb von Ebay Inc. nachzudenken. Das tun wir auch und sorgen mit der Gründung der Meet Magento Association entsprechend vor: http://de.meet-magento.com/download/3530/

    Unbestritten sollte aber sein, dass es bisher kein anderes open source Shopsystem gibt, was vom Einsteiger bis zum Konzern mitwachsen kann und nicht nur in einem Land, sondern international vertreten ist.

    Vg Thomas

    p.s.
    original Zitat: re/code “If a strategic or financial acquirer emerges, we’ll compare their offer to what we’d get from an IPO,” he said. (http://recode.net/2015/01/21/ebay-to-cut-2400-jobs-and-explore-sale-or-ipo-of-enterprise-unit/)

    • Oliver Kraft

      3. Februar 2015 at 21:50

      Grüß Dich Thomas,

      naja, vielleicht würde Jochen G. Fuchs als Dolmetscher einer ungewissen Zukunft entgegen gehen, aber Hand aufs Herz, ich glaube ganz so falsch liegt er mit seiner freien Übersetzung nicht.

      Die Gründung der Association ist ein guter Schritt und das sicherlich auch unabhängig davon ob es nun eine Zukunft mit eBay oder einem anderen Investor gibt. Ich glaube, dass Du bei der Community das nötige Standing hast um ein solches Projekt voranzutreiben.

      Viel Erfolg dabei!

      Grüße Oliver