Vedes will mitspielen

Auch bei Vedes, Europas größtem Zusammenschluss von Spielwarengeschäften, hat man erkannt, dass das Internet ein Wachstumsmarkt ist. Das Problem mit dem Vedes so lange zu kämpfen hatte, waren die eigenen Händler – mehr als 1100 in 7 europäischen Ländern. Man hatte Angst davor, ein Konkurrenzangebot zu den eigenen stationären Geschäften im Internet aufzubauen und überließ damit Playern wie Amazon die Spielzeug-Hoheit im Netz. Viel zu spät hat man nun reagiert und versucht das Versäumte aufzuholen. Die Händler sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Diese sorgen nämlich für die Kaufabwicklung. Bestellt also ein Kunde im Vedes-Store, geht die Bestellung an einen der lokalen Händler, der diese verschickt und verbucht. So weit so gut.

Erschreckend ist nur, wie einfach und emotionslos Vedes versucht, der Konkurrenz Paroli zu bieten. Statt mit dem Shop ein Ausrufezeichen zu setzen, gibt der ein eher trostloses Bild ab. Statt die Kunden mit auf eine Reise durch die spannende Welt des Spielzeugs zu nehmen, wird man schon direkt auf der Startseite von Texten erschlagen, die eigentlich niemand lesen will. Tja, was tut man nicht alles für eine gute Platzierung in den Suchmaschinen. Und auch bei der Produktpräsentation stellt sich schnell Ernüchterung ein. Hier steht alles im Vordergrund, nur das Produkt geht ein wenig unter. Na ja, wenigstens bekomme ich das volumenabhängige Transportgewicht angezeigt, eine Info, die die Kaufentscheidung erfahrungsgemäß maßgeblich beeinflusst.

Kurzum: Die Waffen, mit denen Vedes der Konkurrenz um Amazon den Kampf ansagt, sind schon vor dem ersten Einsatz mehr als stumpf.

Philipp Hoberg

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