Umsatzsteueränderungen für B2C-Online-Shops ab 01.01.2015

Ab dem 1. Januar 2015 gelten neue Bestimmungen für Online-Shop Betreiber, die elektronische Dienstleistungen für Privatpersonen im EU-Ausland erbringen.

Laut Abschnitt 3a.12 UStAE gehören hierzu:

  • Bereitstellung von Filmen und Spielen, einschließlich Glücksspielen, Lotterien
  • Webhosting, Fernwartung und Software-Dienstleistungen (SaaS) aller Art
  • Bereitstellung von Bildern (z.B. Fotos, Bilder, Desktop-Hintergründe, Bildschirmschoner, Vorlagen für Grafiker etc.)
  • Bereitstellung von Texten, Informationen, Artikeln, Anleitungen etc.
  • Bereitstellung von Datenbanken (z.B. Suchmaschinen, Internetverzeichnisse, Portale, Verzeichnisse)
  • Bereitstellung von Musik, Hörspielen, Hörbüchern, Klingeltöne etc. (z.B. Streaming oder Download von Musik auf PC, Mobilgeräten etc.)
  • Online-Versteigerungen über Portale und Webseiten mit automatisierten Datenbanken und mit Dateneingabe durch den Leistungsempfänger, die kein oder nur wenig menschliches Eingreifen erfordern (z.B. Online-Auktionsplattformen, Online-Marktplätze, Online-Einkaufsportale, Online-Kleinanzeigen)

Die betroffenen Shopbetreiber müssen ab dem 1. Januar 2015 bei der elektronischen Lieferung an Endkunden ins EU-Ausland die Umsatzsteuer abführen, die im jeweiligen Land des Käufers gilt. Der Aufwand ist immens, denn die betroffenen Unternehmen müssen neben der Registrierung des jeweiligen Unternehmens in den einzelnen Lieferländern, Rechnungen und natürlich auch die Steuererklärungen nach den gesetzlichen Bestimmungen des Ziellandes erstellen.

Um diesen Aufwand zu minimieren und dennoch innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu handeln, soll das „Mini-One-Stop-Shop-Verfahren“ (M1SS) die Besteuerung erleichtern. Ab dem 1. Oktober 2014 können deutsche Unternehmen beim Bundeszentralamt fur Steuern (BZSt) die Teilnahme an der Verfahrenserleichterung „Mini-One-Stop-Shop“ für die Umsatzsteuer auf elektronische Dienstleistungen beantragen. Die Antragstellung ist im Online-Portal des BZSt möglich.

Registrierte Unternehmen können über das BZSt Online-Portal Umsatzsteuererklärungen übermitteln und berichtigen, ihre Registrierungsdaten ändern sowie sich vom Verfahren abmelden. Sie können damit die in den übrigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ausgeführten Umsätze, die unter die Neuregelung fallen, zentral beim BZSt erklären und die Steuer insgesamt entrichten.

Doch eine Aufgabe bleibt für den Shopbetreiber:
Gegenüber privaten Kunden müssen die Preise im Shop immer brutto, also inklusive Umsatzsteuer angezeigt werden. Da die EU-Länder aber verschiedene Steuersätze haben, muss das bei der Darstellung für das jeweilige Lieferland (bei virtuellen Produkten gilt Rechnungsadresse = Lieferadresse) berücksichtigt werden. Dafür muss das Shopsystem entsprechend vorbereitet werden: Wichtig ist hier, das man so früh wie möglich erkennt, aus welchem Land der Besucher kommt und man die entsprechenden Steuern dann korrekt anzeigt. Spätestens im Checkout, nach der Nennung der Lieferlandes muss es passen! Gleiches gilt natürlich für die Rechnungstellung.

Verlieren Sie hier keine Zeit, sologics hilft und Sie hier gerne.

Oliver Kraft

Oliver Kraft ist Gründer und Geschäftsführer des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Dienstleisters sologics GmbH & Co. KG.Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann auf mehr als 18 Jahre E-Commerce Erfahrung zurückgreifen. Er begleitet erfolgreich zahlreiche E-Commerce Projekte verschiedenster Größenordnung – vom Startup bis zum börsennotierten Großunternehmen.Oliver Kraft ist verheiratet und stolzer Vater von 2 Söhnen.

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