Sichtbarkeitsindex ??? Was ist das? Brauchen wir sowas?

Der Sichtbarkeitsindex ist eine künstliche Metrik, die beschreibt, wie sichtbar eine Website in einer Suchmaschine ist und wie wahrscheinlich es ist, dass die Webseite Besucher durch Suchmaschinen generiert.
Supi – aber wie funktioniert das und vor allem: „Was sagt mir das über die Qualität meiner Webseite?“

Was ist der Sichtbarkeitsindex?

Insbesondere der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex ist seit Jahren ein fester Key-Performance-Index-(KPI-) Wert in der Suchmaschinenoptimierung – aber auch andere SEO-Tool-Anbieter haben Ihre eigenen Metriken, die ein bisschen anders funktionieren aber im Prinzip den gleichen Zweck erfüllen – da wären zum Beispiel:
– XOVI mit seinem OVI (Online Value Index)
– Der SEO Diver > statistische Sichtbarkeit
– SEO Visibility von Searchmetrix
– Etc., etc., etc. …
Zur Ermittlung des Sichtbarkeitsindex werden fortlaufend die Top-100-Rankings von mehreren hunderttausend Suchbegriffen ermittelt. Aus der Positionierung der zu bewertenden Seite in Bezug auf die überwachten Suchbegriffe, dem aus der Positionierung zu erwartenden Traffic und dem aus den Suchbegriffen zu erwartenden Websitezugriffen errechnet sich ein statistischer Wert, der Auskunft über die Sichtbarkeit der eigenen Seite geben soll.

Allen Metriken gemein ist, dass Sie auf einen allgemeinen Pool von Suchbegriffen zugreifen und meine Website in Bezug auf diesen Pool bewerten.

Da wir aber weder den Datenpool noch den zugrunde gelegten Algorithmus kennen, halte ich die alleinige Beurteilung und vor allem die einmalige Bewertung meiner Website anhand einer solchen Kennzahl für fragwürdig – vielleicht sogar gefährlich.

Was interessiert es mich – zum Beispiel als Autohaus, wenn ich unter dem Suchbegriff „schwarz“ super gerankt werde, weil auf meiner Webseite modebedingt viele schwarze Fahrzeuge angeboten werden, ich aber unter „Auto“ oder „Neuwagen“ nicht gefunden werde!

Macht es da nicht mehr Sinn (insbesondere bei Nischenseiten oder Seiten, deren Inhalte erwarten lassen, dass die relevanten Suchbegriffe kaum im Fundus der großen SEO-Tool-Anbieter vertreten sind) die Top-100-Rankings von 100, 200 oder auch 300 für mich relevanten Suchbegriffen zu ermitteln, die Suchbegriffe zu gewichten und mir einen statistischen Wert zu generieren, der mir dann auch noch sagt, wo ich im Vergleich zum direkten Wettbewerb stehe, der mit den gleichen Suchbegriffen um gute Positionen kämpft?

Ich denke ja! Macht zwar mehr Arbeit, aber ich habe Zahlen, die ich herleiten kann und zu bewerten weiss! Frei nach dem Motto „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“

Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, uns auf diesen einen Wert bei unserer täglichen Arbeit zu verlassen oder uns gar an diesem Wert beurteilen zu lassen. Andere Werte (KPIs) sind mindestens genau so wichtig wenn nicht wichtiger. Auf Basis eines schlecht definierten Keyword-Pools ist es zwar möglich, dass mein Ranking steigt, wenn aber die Qualität der Besucher meiner Seite nachlässt (kürzere Verweildauer, höhere Abbruchraten) oder sogar der Umsatz fällt, wurde auf das falsche Pferd gesetzt. Auch eine kurzfristige Betrachtung des Index-Wertes ist nicht zielführend – der Trend in welchem sich mein Ranking entwickelt und die Auswertung der Verlaufskurve kann – unter Berücksichtigung der weiteren KPIs – Aufschluss darüber geben, ob meine Maßnahmen in der Suchmaschinenoptimierung erfolgreich sind

Fazit
Der Sichtbarkeitsindex, die statistische Sichtbarkeit, der Online Value Index oder der Rankingindex können durchaus wichtige Erkenntnisse für die Arbeit in der Suchmaschinenoptimierung liefern. Man muss nur wissen, wie die Kennzahlen entstehen, welche Schlüsse aus dem Verlauf gezogen werden können und andere relevante Kennzahlen wie Umsatz, Besucherqualität, Conversionrate, etc., bei der Beurteilung und der Ableitung von Maßnahmen, berücksichtigen.

Jürgen Broich

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