Rewe vs. Amazon

Auf einem, der in den kommenden Jahren wahrscheinlich interessantesten Märkte, dem Online-Lebensmittehandel, tut sich seit kurzem einiges. Nachdem Amazon das Thema für sich entdeckt hat und erste Gehversuche auf diesem Terrain wagt, hat auch die Rewe-Gruppe verkündet, in den Online-Handel mit Lebensmitteln einsteigen zu wollen. Ende 2011 soll es so weit sein. Dann sollen die Rewe-Kunden ihre online bestellten Waren nicht nur fertig gepackt im Supermarkt abholen, sondern auch komplett geliefert bekommen können. Damit betreten Amazon und Rewe zwar kein absolutes Neuland, bewegen sich aber auf unsicherem Terrain. Zwar zeigen erfolgreiche Konzepte von Nischenanbietern, dass der Lebensmittelhandel im Internet auch in Deutschland durchaus funktionieren kann. Den Kunden einen kompletten Wochen- oder Monatseinkauf über das Netz zu ermöglichen stellt die Unternehmen aber vor Herausforderungen, die viele Supermarktketten bisher gescheut haben. Auch Amazon scheint das Thema noch lange nicht in der Perfektion zu beherrschen, die man als Kunde vom erfahrenen E-Commerce-Riesen gewohnt ist. Einen anschaulichen Erfahrungsbericht zum Lebensmitteleinkauf via Amazon findet man hier. Wie und dass es funktionieren kann zeigt hingegen LeShop aus der Schweiz, die 2009 einen Umsatz von 132 Mio. Schweizer Franken erwirtschaften konnten. Einen großen Teil dazu beigetragen haben die weit über 40.000 Tausend Stammkunden des Lebensmitteversenders. Es bleibt also abzuwarten, wer den Siegeszug des Online-Lebensmittelhandels in Deutschland einläuten kann und insbesondere wann das der Fall sein wird. Der Markt bleibt spannend.

Philipp Hoberg

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