Google AdWords vs. Bing Ads

Wie bittet man in 90% aller Fälle um ein Papiertaschentuch? Richtig, man bittet um ein Tempo.
Mit welchen Worten bestellt man in einer vollbesetzten Rockerkneipe ein koffeinhaltiges Brausegetränk? Richtig, man bestellt eine Cola und erhält garantiert zusätzlich noch ein paar aufmunternde Sprüche dazu.
Und wie nennt man das Suchen von Begriffen, Produkten, Personen mit Hilfe einer Suchmaschine hier bei uns in Deutschland? Richtig, man googelt.

Diese drei allseits bekannten Beispiele zeigen wunderbar auf, was u.a. passiert wenn eine Marke den Markt dominiert: Der Markenname wird in den täglichen Sprachgebrauch integriert.

Google beherrscht den deutschen Suchmaschinenmarkt

Google besitzt hier in Deutschland einen Marktanteil von fast 95%. Kennen Sie noch andere Suchmaschinen, halbwegs relevante und keine schon vor langer Zeit ausgestorbene?

Bei einem noch offenen Marktanteil von 5% fallen relevante Antworten schon nicht leicht. Aber wie es im großen römischen Reich ein kleines, gallisches Dorf gab, so gibt es auch im googelischen Imperium eine unbeugsame Suchmaschinen-Allianz, die sich nicht geschlagen gibt. In anderen Ländern fällt der Markt-Anteil dieser Allianz teilweise größer aus, in den USA z.B. über 20 Prozent, hier in Deutschland liegt er aktuell leider nur bei knapp über ca. 4 Prozent: Die Rede ist von Bing und Yahoo.

Statistik: Suchmaschinenverteilung in Deutschland im Jahr 2015 (sowie Vorjahresvergleich) | Statista
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Lohnen sich BingAds?

Google verdient sein Geld zum Großteil immer noch mit den bekannten Google AdWords sowie den entsprechenden Unterdiensten. Der einzige erstzunehmende Wettbewerber besteht aus den sogenannten Bing Ads, die aus dem Zusammenschluss von Bing und Yahoo entstanden sind. Aber lohnt sich der Aufwand wirklich, für gerade einmal 4 Prozentpünktchen neben den Google AdWords-Kampagnen auch noch Bing Ads Kampagnen zu schalten, zu verwalten und zu bezahlen?

Fangen wir beim Aufwand der Einrichtung an:
Wer bereits eine Google AdWords Kampagne betreibt, darf sich freuen: Der Aufwand eine Google AdWords Kampagne in die Bing Ads zu implementieren, ist bewusst von Bing sehr einfach gehalten. Natürlich liegt der Teufel im Detail, gewisse Anpassungen im Hinblick auf z.B. auszuschließende Keywords-Begriffe, einzeilige Kampagnentexte, die statt 75 sage und schreibe 76 Zeichen lang sein dürfen, sind noch manuell anzupassen. Eine einmalige Fleißarbeit, die aber meist schnell zu erledigen ist.

Die tägliche Verwaltung:
Zwei Kampagnen bei zwei Plattformen, klingt nach doppeltem Aufwand. Ist es aber nicht, Google AdWords und die Bing Ads sind sich auch in der Verwaltung sehr ähnlich. Bing geht bewusst diesen Weg, um Interessenten, die bereits mit AdWords arbeiten, den Einstieg in die Bing Ads möglich einfach und damit schmackhaft zu machen. Zu beachten ist eine kleine Besonderheit, während man bei AdWords mit einem Tagesbudget arbeitet, setzt Bing auf einen Monatsetat.

Etatverteilung

Die Kosten, die Kosten, die Kosten: Sie kennen alle Ihren persönlichen Google AdWords-Etat. Und nun noch einmal den gleichen Etat für Bing, da meine Kampagne ja dann bei einer zweiten Plattform auch erfolgreich laufen soll? Nein, denn hier kommt natürlich der 95% Marktanteil von Google und der 4%ige von Bing ins Spiel: 95 Interessenten verursachen deutlich mehr Kosten als 4 Interessenten. Da auch die Wettbewerberdichte in den Bing Ads in fast allen Bereichen weniger stark ausgeprägt als bei Google AdWords, liegt sehr oft der Preis für einen einzelne Klick bei Bing unter dem Klickpreis bei Google.

Fazit

Soll ich oder soll ich lieber nicht?

Ganz ehrlich, was hat man zu verlieren, wenn man zusätzlich zu einer AdWords Kampagne die gleiche Kampagne auch bei Bing schaltet? Einrichtung, Verwaltung und Kosten sind absolut überschaubar. Außerdem wissen wir alle, wie gut Microsoft seine Bing-Suche in seine hauseigenen Produkte einbindet, so dass viele Anwender bewusst oder unbewusst auch einmal Bing als Suchmaschine benutzen und damit dann auch Bing Ads angezeigt bekommen. Und natürlich laufen Ihnen die Bing Ads, genau wie die AdWords-Anzeigen, auch außerhalb der Suchmaschinen über den Weg: Achten Sie einmal darauf, wie oft Ihnen Bing-Ergebnisse angezeigt werden. Und fragen Sie sich dann, ob Sie mit Ihrem Unternehmen nicht auch dort präsent sein wollen. Und übrigens… 4 Prozent hört sich in Prozentzahlen nicht gerade nach viel an. In absolute Zahlen können 4 Prozent aber sehr schnell mehrere zigtausend zusätzliche Interessenten an Ihren Produkten und Dienstleistungen bedeuten.

Michael Thelen

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