F-Commerce

Viele Shop-Betreiber haben in den vergangenen Jahren die Kanäle Amazon und eBay als Ergänzung zum eigenen Online-Shop entdeckt und genutzt. Ein Kanal der langsam, aber immer deutlicher ins Blickfeld von Händlern rückt ist Facebook. So hat beispielsweise die Deutsche Bahn mit ihrer Chefticket Aktion 140.000 Tickets, die es den Kunden erlauben für nur 25 Euro quer durch Deutschland zu reisen, über die Social Community verkauft. Wer allerdings ein solches Produkt zu einem solch günstigen Preis raushaut, muss sich ehrlich gesagt nicht wundern, dass die Kunden in rauen Mengen zugreifen. Ich möchte die Aktion damit keinesfalls schlecht machen, aber eben auch nicht überbewerten.

Dass der Verkauf via Facebook keine Eintagsfliege ist und sich hier ein durchaus interessanter Absatzkanal entwickelt, zeigen Beispiele, wie das von Procter & Gamble, die nach einem erfolgreichen Testballon mit Pampers-Produkten nun für eine andere P&G Marke, nämlich Max Factor, einen dauerhaften Facebook-Store eingerichtet haben. Mehr als 58.000 Tausend Facebook-Mitgliedern gefällt Max Factor UK. Es gibt wahrlich ungünstigere Voraussetzungen für den Start eines Shops, der übrigens in diesem Fall von Amazon UK betrieben wird.

Dass ein Shop auf Facebook anders funktioniert als ein klassischer Online-Shop dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Nichtsdestotrotz fehlen dieser recht jungen Disziplin an vielen Stellen noch konkrete Erfahrungswerte. Ungeachtet dessen wagen immer mehr Händler erste Schritte Richtung Facebook. Denn dass F-Commerce funktionieren kann und in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, ist mittlerweile unstrittig. Wie schnell das allerdings der Fall sein wird, ist noch die große Frage. Komischerweise fühle ich mich bei dem Thema F-Commerce irgendwie an den M-Commerce Hype der vergangenen Jahre erinnert, als alle Welt dem Einkauf über das Mobiltelefon gigantische Wachstumsraten vorausgesagt hat, die Stand heute wohl „ein wenig“ zu optimistisch waren.

Gespannt bin ich auch darauf, ob und wie viele Händler alleine auf den Vertriebskanal Facebook setzen werden. Nicht weil ich der Meinung bin, dass es nicht funktionieren könnte, sondern weil ich skeptisch bin, ob es so sinnig ist Marc Zuckerberg, neben meinen gesamten Daten, auch noch den Schlüssel zu meiner Firma in die Hand zu drücken.

Philipp Hoberg

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