Der Shopman ist im Anflug #SCD14

shopmanDieses Jahr habe ich meine ersten Shopware Community Days besucht. Der Tag war in jedem Fall ein Erlebnis. Ich möchte kurz meine Eindrücke von diesem Event schildern, ohne dass ich tief auf die Inhalte der Vorträge eingehe, das können t3n und Co. sicher besser als ich.

Zugegeben – ich wurde vor meinem Besuch von meinen Kollegen gewarnt: „Die ticken da anders in Schöppingen. Da fährt schon mal der Zurück-in-die-Zukunft DeLorian vor oder Darth Vader wird auf der Bühne verkloppt.“ Naja, ich denke mir meinen Teil, bin aber schon gespannt auf das was da kommt.

Die Community Days finden nicht bei Shopware sondern auf dem Tobit.Campus in Ahaus statt. Dort fällt zunächst auf, dass die dortigen Parkplätze nicht ausreichen. Wir werden in ein Wohngebiet in der Nähe verwiesen, entscheiden uns aber dafür bei Tobit die Wiese zu kapern. Zugegeben der Tobit.Campus beeindruckt. Es gibt ein Hotel, eine Disco, die BamBoo Bar, und die riesige Kongresshalle. Irgendwie erinnert mich die Kombination an Ringwerk und Co. am Nürburgring, wobei ich ziemlich sicher bin, dass Tobit das ganze deutlich erfolgreicher betreibt.

Nach dem Checkin geht es in die große Kongresshalle: Vor einer riesigen Media-Wall sind die Stuhlreihen bereits gut gefüllt. Dahinter ist der Messebereich. Ein paar Agenturen, Hoster, Lösungsanbieter und natürlich die Staubsaugerverteter des Online-Handels, die Paymentdienstleister. Die üblichen Verdächtigen also. Schnell noch an die Kaffeebar und dann Plätze sichern, der Countdown auf der Media-Wall läuft unaufhaltsam gegen 0!

Kaum haben wir die Plätze eingenommen, da geht es auch bereits los. Immer schneller wummert ein Herzschlagrhythmus durch die Lautsprecher, dazu flasht im Takt das Shopware-Logo auf der Wand auf. Dann geht es los. Kirchenmusik ertönt, die Nebelmaschine geht an, ein Kirchenfenster erscheint. 3 Männer und Darth…, nein für mich war es nur Lord-Helmchen, schleppen einen Sarg auf die Bühne. Eine Grabrede wird gehalten, eine Rose niedergelegt. Alter, was geht denn hier ab!?

Die Auflösung folgt auf dem Fuße, die BETA des bepado Marktplatzes wird beerdigt, es lebe bepado 1.0. Der neue Marktplatz startet mit rund 2,5 Mio. Produkten und ca. 1.000 Händlern. Anders als zunächst geplant wird bepado kein reines B2B Portal sondern auch offen für den Konsumenten. Die Pläne sind ehrgeizig, man will Amazon und eBay auf die Pelle rücken. Ob das gelingt, keine Ahnung, aber den Jungs von Shopware ist einiges zuzutrauen.

Jetzt kommt der Trauerredner wieder auf die Bühne, Stefan Hamann der Shopware CTO. Gar nicht mehr so traurig erzählt er von der Shopware-Story. Es werden Bilder aus den Anfängen im elterlichen Kinderzimmer gezeigt. Ich gebe zu, die Nummer mit dem Sarg war nicht mein Ding und als nun die Kinderbilder über die Media-Wall laufen, weiß ich zunächst nicht, was ich davon halten soll. Was solls ich bin da und lasse mich drauf ein.

Was Stefan mit einigem (berechtigten) Stolz in den kommenden Minuten von sich gibt ist echt, das merkt man. Er erzählt die Shopware Story, vom heimischen Kinderzimmer zu einem 70 Mann starken IT-Unternehmen, dass eine der bekanntesten und meiner Ansicht nach vielversprechensten Shopsysteme in Deutschland entwickelt hat. Mich hat er damit gekriegt, die Jungs hier sind authentisch und leben jeden Tag die Fortsetzung der Shopware-Story. Und mal ehrlich, die Magento Story war irgendwie im Arsch als, der böse Internetriese sich den Laden unter den Nagel gerissen hat. OXID, meine Güte, haben die überhaupt eine Story? Bleibt in meinem Dunstkreis noch ePages, die Story ist aber eher semi: Ein reicher Mann zeigt nach Intershop und der 2000 geplatzten ecommerce-Blase allen Zweiflern, dass ecommerce auch funktionieren kann. Wie dem auch sei, Shopware hat hier eindeutig meine Sympathie gewonnen. Auf der Media-Wall erscheinen oben die Tweets zum Hashtag #SCD14: OXID und Magento sollen sich warm anziehen steht dort. Nun, dazu kann man durchaus kontrovers diskutieren.
Mein Fazit ist aber eindeutig: Der Shopman ist im Anflug.

Nach einem kurzen Ausblick in die Zukunft und die Ziele ist die Keynote durch. Es folgen eine Vielzahl von mal mehr, mal weniger interessanten Sessions in kleineren Sessionrooms und natürlich die Vorträge auf der Haupttribüne. Hier trifft man auch bei Shopware auf die „üblichen Verdächtigen“ die Ihre Themen auf fast jedem Event sicher besetzen. Die Zeit wird natürlich genutzt um ein paar Worte mit den bekannten Gesichtern unter den Besuchern zu wechseln.

Kurz vor der Mittagspause zeigt Andi Unger, wie sich Stabilo als Marke und Hersteller im B2C Handel verhält. Für mich bleiben zwar einige Fragen offen, aber zumindest hat sich ein Hersteller zu diesem Thema auf die Bühne getraut.

In der Mittagspause gibt es eine Döner- und eine Pommesbude. Ich wundere mich etwas über die robuste Kost, freue mich dann aber über meine Currywurst-Pommes-Schranke, die bei herrlichem Sonnenschein draußen nochmal besser schmeckt. Später entdecke ich dann im Eingangsbereich einen weiteren Cateringbereich, bei dem es sogar Porzellangeschirr gibt. Naja, selbst schuld und für einen Nachtisch ist noch Platz.

Am Nachmittag schaue ich mir den wie immer guten Vortrag von Johannes Altmann an und warte dann gespannt auf den Vortrag zum automatisierten Testen von Quafoo. Hier stellt sich heraus, das automatisiertes Testen keine Rechtschreibprüfung der Präsentationsslides beinhaltet. So wird kurz nach der Startslide mit den „Comminity Days“ auch schon der erste „Errror“ gezeigt. Oh mann Jungs, das geht besser.

Den Schlussvortrag hat das ecommerce Urgestein Lars Jankowfsky, doch irgendwie scheint jetzt die Luft raus zu sein, die Media-Wall versagt den Dienst und bringt Lars ordentlich ins Schlittern. Pech für Johannes Altmann, der als eine Art Nummerngirl verpflichtet wird und sichtlich unbegeistert ein MacBook Air auf der Bühne von links nach rechts und wieder zurück schleppt.

Wir nehmen das als Anlass Richtung Heimat zu entschwinden. Mein Kollege muss am Wochenende ein Fussballturnier bestreiten, da bleibt keine Zeit für BamBoo und Co. Mir ist es ganz recht, dann kann ich mich bis #SCD15 wieder erholen 😉

Oliver Kraft

Oliver Kraft ist Gründer und Geschäftsführer des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Dienstleisters sologics GmbH & Co. KG.Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann auf mehr als 18 Jahre E-Commerce Erfahrung zurückgreifen. Er begleitet erfolgreich zahlreiche E-Commerce Projekte verschiedenster Größenordnung – vom Startup bis zum börsennotierten Großunternehmen.Oliver Kraft ist verheiratet und stolzer Vater von 2 Söhnen.

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