Der bisher unlustigste Shopware Community Day Recap

Eine gute Woche ist nun vergangen seit dem Shopware Community Day 2016. Ich habe etwas mit mir gehadert ob ich darüber blogge, denn ich habe diesmal ein ziemliches Problem: Mein Hotel war absolut in Ordnung 🙁Ich hatte schon vor der Anreise geahnt, dass das nichts werden konnte: „Landhotel Hermannshöhe“, super bewertet. 55 Euro inkl. Frühstück. Nächste Woche bei OXID sind 55 Euro der Preis nur fürs Frühstück… Alternativ stand noch die Pension „Bei Linda“ zur Wahl, aber wenn meine Frau mich gefragt hätte, wo ich denn nächtigen werde und ich wahrheitsgemäß „Bei Linda“ hätte antworten müssen, hätte das vielleicht zu Irritationen geführt.

Mit meinem Kollegen Martin reise ich pünktlich an und stelle unser Auto morgens beim Hotel ab. Weiter gehts per Taxi. Leider schnappt uns eine Horde Storecockpit Jungs das bestellte Taxi weg. Zum Glück kommt nach 5 Minuten das eigentliche Storecockpit Taxi und wir klauen uns wieder quitt.

Bei Shopware auf dem Tobit Campus angekommen ist erstmal alles wieder wie immer: Flotter Einlass, kurz ein paar bekannten Gesichtern zuwinken und rein in den großen Saal. Kurz vor der Keynote noch schnell einen Kaffee holen, aber das wurde dann leider nichts, denn die hintere Versorgungseinheit wurde dieses Jahr zugunsten einiger neuer Aussteller geopfert. Also ohne Kaffee Richtung Keynote. 5 Minuten noch, alle Plätze sind belegt. Keylaces und Trusted-Shops Taschen sind hier die Handtücher der Ecommerceler. Naja, egal, dann stehen wir eben.

Pickware integriert, B2B im Fokus, Verschlüsselung fällt, Subshops kostenlos

Es geht los, ganz nach dem Motto des diesjährigen SCD, „Digital Blue“, geht es ab in den Ozean. Zu einer Videoanimation erzählt ein Sprecher von der Artenvielfalt unter Wasser, von großen und kleinen Fischen, fressen und gefressen werden, Anpassungsfähigkeit, bunten Korallen und so weiter, „Storytelling on any Device“

Foto: Shopware

Foto: Shopware

Nun kommt Stefan Hamann, Vorstand der Shopware AG auf die Bühne und die Sensation ist für mich absolut perfekt: Er geht einfach so auf die Bühne, alleine, ich hatte gehofft dass zumindest die beiden anderen Shopware Vorstände als Meeressäuger verkleidet um ihn herum schwimmen. Es passiert … nichts. Kein DeLorean kommt zurück aus der Zukunft, Darth Vader hat frei, keine Särge, keine Kirchenglocken, sogar Shopman durfte in diesem Jahr nicht mit. Ich bin fertig, die Jungs werden Erwachsen.

Vor den 1.600 Besuchern des SCD stellt Stefan die Neuerungen der Shopware-Version 5.2 vor. Pickware wird als Standard ERP integriert. Da meine Kunden in der Regel ein eigenes ERP einsetzen, eher uninteressant für mich. Besser dann schon die Ankündigung, dass ein B2B Framework kommen, das Plugin-System erneuert wird und alle Shopware Plugins künftig unverschlüsselt ausgeliefert werden. Damit einhergeht dann auch die von unseren Jungs an der Tastatur lange herbeigesehnte PHP7-Fähigkeit. Einen Knaller für die Kaufleute hat Stefan noch, die Subshops sind ab Version 5.2 kostenlos.

Eine detailliertere Zusammenfassung findet Ihr auf t3n: http://t3n.de/news/shopware-community-day-2016-709144/

Im Auto noch Blau...

Im Auto noch Blau…

Bei Shopware dann unsichtbar...

Bei Shopware bin ich dann fast unsichtbar…

Hightech-Toiletten und 10.000 Euro für die Rettung der Ozeane

Nach der Keynote leert sich der Saal sehr schnell und alle strömen in Richtung Ausstellung, Vortragsräume und Toiletten. Ich gehöre zu letzten Gruppe. Ich könnte mich bei Shopware als Kloorakel vor die Toiletten setzen und genau sagen, wer SCD Wiederholungstäter oder zum ersten Mal dabei ist. Hilflos, tänzelnd und mit Pipi in den Augen stehen die Erstbesucher vor den verschlossenen Türen der Örtlichkeiten und nutzen die Möglichkeit hineinzuhuschen, sobald sich die Türe öffnet und jemand die Toilette verlässt. Genauso findet man in den Toiletten hilflose Menschen mit gewaschenen Fingern, die auf eine Möglichkeit warten, dem stillen Örtchen wieder zu entfliehen. Dabei ist es, wenn man es weiß, ganz einfach: Will man rein, die flache Hand vor den Sensor neben der Tür halten, raus gehts wieder wenn man mit dem Fuß auf einen Knopf im Boden tritt.

Entleert und mit einem Kaffee bewaffnet geht es wieder zurück in den großen Saal, wo gerade die Spendenübergabe zugunsten des Ocean-Cleanup-Projekts stattfindet. Es läuft ein Film, der (leider) keinen interessiert, dann wird der Spenden-Scheck übergeben. Typisch Shopware natürlich, da wird kein XXL-PR-Scheck von der Bank genommen, sondern da wird ein komplett im Digital Blue Design gestylter Scheck übergeben. Leider ist keiner der Vorstände mit auf der Bühne, ganz so wichtig scheint die Rettung der Ozean den Jungs hier dann doch nicht zu sein. Aber dafür entschädigt eine Spende von 10.000 Euro.

Mäßig spannender B2B Case

Auf der Hauptbühne folgt nun ein Vortrag der Erwin Müller Group, der mich interessiert weil es sich um eine Shopware Enterprise Referenz handelt, die einen B2B Case abdeckt. Zwei Reihen vor mir erkenne ich einen Kollegen aus dem OXID Universum, der sich ebenfalls stark mit B2B auseinandersetzt. Ich bin hier offensichtlich richtig. Am Ende die Erkenntnis, dass alle wieder nur mit Wasser kochen. Vom Frontend her ist keine Raketentechnik sichtbar und einen Designpreis gewinnen die Müllers mit dem Shop auch nicht. Da hatte ich mir etwas mehr erhofft.

Regen zu Mittag

Pünktlich zum Mittagessen, das draußen an einigen Food-Trucks eingenommen wird, öffnet der Himmel seine Schleusen, meine Currywurst schmeckt trotzdem. Die Essensversorgung klappt meinem Empfinden nach besser als im letzten Jahr. Die Pause wird zum Netzwerken genutzt.

Hi, Hi, Hi, er hat „Penis“ gesagt…

Ein Wachrüttler ist der letzte Vortrag den ich hier aufführen möchte: Philip von Einhorn.my zeigt das er ordentlich einen an der – Achtung Wortspiel – Nudel hat. Es geht um Online-Markenbildung und da ist Shopware sicherlich unbestritten das System der Wahl. Es geht um Sperma, Penisse und Muschis. Die Menge gröhlt und die drei Damen neben mir in der Sitzreihe kichern wie zuletzt in der 8b im Fach Biologie. Zum Schluss sind Fragen zugelassen. Der Moderator Frank Puscher eilt in die Menge. Jemand möchte wissen ob die Bewertung „befriedigend“ bei Kondomen besser ist als „gut“. Der Gag bleibt – Achtung Wortspiel – ein Rohrkrepierer.

Ein paar Stunden später geht es nach einem grandiosen Tag rüber ins Bamboo zur Abendveranstaltung. Das Bier fließt in Strömen. Ich führe viele gute Gespräche und genieße einen schönen Abend.

Fazit:

Größer, schneller, weiter und die nächste Sau die durch die Ecommerce-Szene getrieben wird. Ich bin sehr froh, dass Shopware hiervon abgekehrt ist und sich erwachsener gezeigt hat. Es wird weiter am Software Code refakturiert und mit dem Verzicht auf die IonCube Verschlüsselung und die freie Verfügbarkeit der Subshops geht Shopware mutig voran. Aus meiner Sicht strategisch absolut in die richtige Richtung. Im B2B Segment ist Shopware nach wie vor nicht angekommen. Stefan Hamann hat aber recht überzeugend klar gemacht, wie wichtig das Thema für Shopware ist und ich bin sicher, dass spätestes beim nächsten SCD 2017 hier eine Lösung präsentiert werden kann.

Oliver Kraft

Oliver Kraft ist Gründer und Geschäftsführer des auf E-Commerce-Lösungen spezialisierten Dienstleisters sologics GmbH & Co. KG.Der staatlich geprüfte Betriebswirt kann auf mehr als 18 Jahre E-Commerce Erfahrung zurückgreifen. Er begleitet erfolgreich zahlreiche E-Commerce Projekte verschiedenster Größenordnung – vom Startup bis zum börsennotierten Großunternehmen.Oliver Kraft ist verheiratet und stolzer Vater von 2 Söhnen.

No Comments

Sorry, the comment form is closed at this time.